100 % für den Solizweck. Alle Tattookünstler*innen, Referent*innen und die Acts im Abendprogramm verzichten zugunsten unseres Solizwecks auf eine Gage. Auch die Orga und alle Helfer*innen bekommen keine Kohle. Alle Spenden/Einnahmen fließen abzüglich unserer Kosten für den Tattoo Circus an folgende Organisationen und Gruppen:
- Budapest Antifascist Solidarity Committee – BASC
Das Budapest Antifascist Solidarity Committee – BASC gründete sich nach den antifaschistischen Aktionen in Budapest im Februar 2023. Während des „Tags der Ehre“ in Budapest wurden den aus ganz Europa angereisten Faschist*innen körperlich Grenzen aufgezeigt. Seitdem ermitteln die ungarischen Behörden auch gegen Genossinnen aus Deutschland wegen gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Bundesweit bekannt wurde der Fall von Maja, die im Juni 2024 nach Ungarn ausgeliefert wurde, obwohl das Bundesverfassungsgericht die Auslieferung als rechtswidrig bewertete. Aktuell steht in München Hanna vor Gericht, in ihrem Fall forderte die Bundesanwaltschaft neun Jahre Haft. Weiter Genoss*innen sitzen bundesweit in Untersuchungshaft. Voraussichtlich im Herbst soll vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen sie beginnen. - Soli Antifa Ost
Der Soli-Antifa-Ost Zusammenschluss ist entstanden, als im Dezember 2019 fünf Antifaschist:innen nach einem Angriff auf den Neonazi Leon R. in Eisenach verhaftet wurden. Die Ermittlungen, zunächst vom Landeskriminalamt (LKA) Thüringen geführt und später an Sachsen übergeben, stützten sich auf §129 StGB, der die Bildung oder Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung betrifft. Die „Soko LinX“ im LKA , sammelte umfangreiche Informationen über die jungen Antifaschistinnen und deren Umfeld, wobei teilweise Daten an das rechtsextreme Magazin „Compact“ durchgestochen wurden. Mit dem Urteil des OLG Dresden vom 31. Mai 2023 – zwei Jahre und fünf Monate bis zu fünf Jahren und drei Monate – ist dieses Verfahren noch nicht beendet. Weitere Antifaschistinnen werden beschuldigt, angeklagt und sitzen teilweise in Untersuchungshaft. - The International Anti-Fascist Defence Fund
Im Juni 2015 gründete ein Kollektiv von Antifaschistinnen den „International Anti-Fascist Defence Fund“, um Antifaschistinnen und Antirassistinnen weltweit sofortige finanzielle aber auch publizistische Unterstützung zu bieten, wenn sie aufgrund ihres Engagements gegen Hass in Not geraten. Das Modell orientiert sich am früheren Verteidigungsfonds des Anti-Racist Action Network, wobei Anträge auf Unterstützung von allen gestellt werden können und Entscheidungen anschließend von einem Kreis von Spenderinnen im Konsens oder per Mehrheitsentscheid getroffen werden. Der Fonds wird international in Anspruch genommen und unterstützt mittlerweile über 300 Personen in 18 Ländern bei Krankenhausrechnungen, Sachschäden, Rechtskosten, Geldstrafen, familiärer Hilfe und wenn Aktivist*innen schließlich doch im Knast landen sollten. - International Anarchist Defence Fund
Der International Anarchist Defence Fund ist eine kollektive Solidaritätsstruktur, die sich weltweit für Menschen engagiert, die aufgrund ihrer anarchistischen Überzeugungen oder Aktivitäten verfolgt oder in Not geraten sind. Jeder, der jährlich 20 € spendet, kann Teil des Entscheidungsgremiums werden, das über Hilfsanträge konsensual oder per Mehrheitsentscheidung beschließt. Hilfeleistungen werden geboten etwa für medizinische Kosten oder juristische Unterstützung bei staatlicher Repression. Seit der Gründung im Jahr 2018 hat der International Anarchist Defence Fund bereits über 30 von Repression betroffene Personen oder Gruppen unterstützt und setzt weiterhin auf ein basisdemokratisches Verfahren, um internationale Solidarität zu fördern. - Polylux
Das Netzwerk Polylux e.V. – benannt nach dem DDR-Overheadprojektor – setzt sich dafür ein, dass politisch linke und emanzipatorische Initiativen im Osten Deutschlands sichtbar bleiben können und insbesondere finanzielle Unterstützung erhalten. Gegründet wurde Polylux im Jahr 2018, und arbeitet daran, engagierten Initiativen im Osten, jenseits der immer größeren rechten Strukturen, den Rücken zu stärken. Der Fokus liegt bewusst auf ostdeutschen Projekten, weil die Beteiligten selbst aus der Region kommen und wissen, dass es dort vielfältige und couragierte zivilgesellschaftliche Arbeit gibt, die gestärkt werden muss. Finanzielle Mittel werden solidarisch verteilt: Projekte können unkompliziert Förderanträge stellen, über die im monatlichen Plenum entschieden wird, wobei mindestens 80 % der Spendengelder direkt in die Projekte fließen. Einen Dialog mit rechten Akteur*innen lehnt Polylux bewusst ab, da dieser nach Erfahrung nur deren Einfluss stärkt. Stattdessen gilt die Solidarität von Polylux all jenen, die wegen ihres Engagements gegen die extreme Rechte bedroht oder mundtot gemacht werden. - Die inhaftierten Anarchist*innen im Zündlumpenprozess
Seit dem Februar dieses Jahres sitzen die beiden anarchistischen Gefährt*innen N. und M. in Haft, weil ihnen die Herausgabe des „Zündlumpen“ sowie weitere politische Aktivitäten als „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ nach § 129 ausgelegt werden. Der „Zündlumpen“ ist eine anarchistische Publikation, die sich widerständig mit Staat, Kapitalismus, Repression und ökologischen Kämpfen auseinandersetzt. In den Gefängnissen sind die beiden Gefährt*innen massiven Schikanen wie Postzensur, Kontaktverboten und Einschränkungen im Alltag ausgesetzt, was ihre Isolation noch verstärkt. Das anstehende § 129-Verfahren steht sinnbildlich für die zunehmende Kriminalisierung von linker Publizistik und für die Ausweitung staatlicher Repression gegen widerständige Stimmen.