Donnerstag, 02.10.25
20:00 Uhr Podiumsdiskussion „Die Eigentumsfrage zur Hauptfrage machen“ [Großer Raum]
Veranstaltung zu Enteignungen und Kämpfen gegen die Macht- und Eigentumsverhältnisse
Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, eine Bank oder einen Geldtransporter zu überfallen und die Beute für unsere Selbstfinanzierung oder andere wichtige Projekte einzusetzen? Schon seit es Reichtum und Eigentum gibt, und seitdem die Reichen und Mächtigen, oder um es auf unsere aktuelle kapitalistische Realität zu übertragen, Banken und Großkonzerne Geld anhäufen und damit spekulieren, gab es schon immer eine Vielzahl von Reaktionen.
Wir werden in der Veranstaltung über staatliche Versuche der Entpolitisierung von Enteignungsaktionen, ihren historischen Kontext, Geschlechterbilder, Kritik, Selbstkritik, ethische Dimensionen und Fragen der Selbstorganisierung sprechen – aus eigener Erfahrung und im Austausch mit den gegenwärtigen Ereignissen.
Solidarität mit allen Rebell*innen, und Kämpfer*innen hinter den Mauern, Gesuchten und aktiven Enteigner*innen, hier und mit und überall…!!!
Freitag, 03.10.25
12:00 Uhr Workshop 1 „Stick & Poke“ [Infoladen]
Praxisworkshop Hand-poke für Anfänger*innen
Du wolltest schon immer mal selber tätowieren oder bekommst jetzt spontan Lust dazu? Nach einer kurzen Einführung zu Hygiene und Vorgehen beim Tätowieren ohne Maschine geht’s auch schon los und du kannst dich daran wagen deine eigene Haut zu durchlöchern oder die eines Stück Obsts. Keine Vorkenntnisse nötig. [Maximal 10 Personen]
13:30 Uhr Workshop 2 „Demo 1×1“ [Großer Raum]
„Know Your Rights!“ – Vortrag & Fragerunde mit dem ea Freiburg und der Roten Hilfe Freiburg
Für alle (Jugendlichen), die aktiv sind oder es werden wollen – ob im Klimaaktivismus, bei antifaschistischen Aktionen oder einfach mit Haltung im Alltag.
Wie verhalte ich mich richtig im Kontakt mit der Polizei? Ob bei Demos, Umweltaktionen oder im Alltag: Wer sich politisch engagiert, kommt früher oder später in Kontakt mit der Polizei. Doch was darf die Polizei eigentlich? Was darfst du? Und wie kannst du dich rechtlich absichern?
In diesem Vortrag bekommst du praxisnahe Infos rund um deine Rechte bei Polizeikontrollen, Demonstrationen und Versammlungen. Im Anschluss ist Raum für deine Fragen – anonym oder offen, alles ist willkommen. Kommt vorbei, informiert euch – denn wer seine Rechte kennt, ist besser vorbereitet.
16:00 Uhr Workshop 3 „Jenseits von Strafe: mit Transformative Justice zu einer gerechten Gesellschaft ohne Gefängnisse!?“ [Großer Raum]
mit Paulina und Thomas: Paulina war für mehrere Jahre in der Gefangenenunterstützung aktiv. Thomas beschäftigt sich seit drei Jahrzehnten auf praktischer Ebene mit Gefängniskritik und Abolitionismus.
In einem interaktiv gestalteten Workshop sollen sich nach einem Input seitens der Referent*innen, die Teilnehmenden mithilfe von Textbeispielen mit den Ideen von Strafe, Straflust, Gefängnis und der Alternative in Gestalt von transformativen Gerechtigkeitsvorstellungen auseinandersetzen. Im Anschluss werden die in den Kleingruppen erarbeiteten Erkenntnisse in der Gesamtgruppe diskutiert. Ziel des Workshops ist es, das verinnerlichte System des Strafens zu reflektieren und die Sensibilität für alternative Formen von Gerechtigkeit, jenseits von typischen Strafmechanismen, zu wecken.
18:00 Uhr Workshop 4 „Das schärfste Schwert der deutschen Strafjustiz: der § 129b im Einsatz gegen kurdische Aktivist*innen“ [Großer Raum]
Vortrag und Disskusion mit Alexander Hummel vom zentralen Menschenrechtsrat der Kurd*innen in Deutschland
Von den vielen Methoden, mit denen kurdische Aktivistinnen und Politikerinnen in Deutschland kriminalisiert werden, gehört die Anklage wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland (§129 a+b StGB) unzweifelhaft zu den, für die Betroffenen gravierendsten. Neben Haftstrafen in verschärfter Form sind auch Politikverbote im Rahmen der sogenannten Führungsaufsicht, repressiver Alltag für die Verurteilten. Diese jüngst ausgeweitete Praxis, kennt unter anderem mit dem Düsseldorfer Prozess einen zentralen historischen Vorläufer, welcher für die allgemeine Repressionsgeschichte Deutschlands von Bedeutung ist. Im Vortrag wird neben aktuellen Beispielen der Anwendung des §129b gegen die kurdische Bewegung auch über historische Vorläufer der jüngeren Geschichte gesprochen. Zuletzt wird unter anderem die Frage diskutiert, inwieweit die derzeitige Transformation der kurdischen Freiheitsbewegung eine Veränderung der deutschen Repressionspraxis erwarten lässt.
Samstag, 04.10.25
12:00 Uhr Workshop 5 „Lockpicking: Schlüsselkästen & Zahlenschlösser FLINTA*“ [A-Raum]
Die Stadt ist voller Schlüsselboxen für Airbnb-Wohnungen. Warum das nicht nur ein Wohnraum-Problem, sondern auch sicherheitstechnisch ein ziemlicher fail ist (und ihr vielleicht auch das schicke Rennrad nicht mit einem Zahlenschloss draußen stehen lassen solltet), könnt ihr in ca 20 Minuten in diesem Workshop praktisch erproben. Einstieg auch nach Workshopbeginn jederzeit möglich. Achtung: flinta* only! [Frauen/Lesben/Inter/Nonbinary/Trans/Agender]
Max. 20 Teilnehmende (aber Wechsel ca. alle 20 min möglich)
12:00 Uhr Workshop 5 „Lockpicking All Gender“ [Draußen]
Beschreibung siehe oben.
13:30 Uhr Workshop 6 „Briefwechsel als Widerstand und Hoffnung: Kommunikation mit Gefangenen lernen“ [Infoladen]
Unter anderem mit Thomas. Thomas bringt Erfahrungen als Person ein, die selbst Briefe in Haft bekommen hat, aber auch selbst viel an Gefangene schreibt.
In einem interaktiv gestalteten Workshop sollen nach einem Input seitens der Referentinnen, die Teilnehmenden, soweit gewünscht unter Anleitung, erste Karten und Briefe an Inhaftierte schreiben. Das Geschriebene wird im Anschluss an den Workshop an die Adressatinnen verschickt werden. Nach der Erfahrung der Referent*innen aus vorangegangenen Workshops, ist die Hürde, einen „ersten“ Brief oder eine „erste“ Karte an eine inhaftierte Person zu schreiben, vielfach recht hoch. Im Rahmen des Inputs durch die Referentinnen werden etwaige Sorgen und Bedenken der Teilnehmenden erfragt, aufgegriffen und idealerweise gemildert sowie auf die Widerstandsform des Briefe-schreibens und die Bedeutung gerade für die inhaftierten Personen, welche durch ihren Status von elektronischen Kommunikationsformen abgeschnitten sind aufmerksam gemacht. Ferner wird auf die staatlichen Restriktionen im Zusammenhang mit der brieflichen Kommunikation mit Inhaftierten eingegangen. Ziel des Workshops ist es, die Bereitschaft mit Gefangenen in Kontakt zu treten und diesen zu schreiben, zu wecken und zu fördern. Neben dem theoretischen Input, steht dann gleichberechtigt das gemeinsame (ggf. angeleitete) Schreiben von Postkarten und Briefen an Gefangene.
16:00 Uhr Workshop 7 „Overcome Imprisonment“ [Großer Raum]
„Gefangenschaft Überwinden“ [auf englisch mit Übersetzung auf deutsch]
Ella, die zuvor „Unbekannte Person 1“, lädt alle, die an einem neu angeeigneten Leben interessiert sind, zu dieser Abolitionsrunde ein. Das heißt, ein gehaltener Raum, um ein Leben zu erkunden, in dem wir entscheiden, was das Beste für uns ist, jenseits des Staates, Polizisten, Gerichte, Gefängnissen, Lagern, Armeen und Überwachung. Dies erfordert den Abbau und die Transformation der Stressfaktoren des Lebens und die gemeinsame Gestaltung einer neuen Realität.
Ella wird die Gruppe mit einer kurzen Meditation begleiten, ihre gelebte Erfahrung von anderthalb Jahren als anonyme Gefangene zur Verteidigung des Dannenröder-Waldes nutzen und durch Poesie über den anhaltenden Kampf zu diesem Zweck kommunizieren.
Dies ist ein partizipativer Workshop, bei dem Fragen und Diskussionen in kollektiver Moderation willkommen sind.
Exemplare ihres kürzlich veröffentlichten Buches „Gefangenschaft überwinden“ und des Originals „Imprisonment is for Burning“ werden zu Solidaritätspreisen erhältlich sein. Bis alle frei sind!
18:00 Uhr Workshop 8 „TBA“ [Großer Raum]